Kaltakquise-OutsourcingEntscheidungshilfe für das Auslagern der B2B-Neukundengewinnung

Erarbeitet aus Gesetzestexten, Rechtsprechung und Behördenleitfäden. Jede Angabe mit Quelle und Stand. So arbeiten wir

Rechtsstand und letzte Durchsicht: 8. November 2026 · Deutschland, Österreich, Schweiz Rechner · Entscheidungshilfe
Inhalt des Merkblatts

Abschnitt 2 von 10

Welche Aufgaben der Kaltakquise Sie auslagern können

Kaltakquise besteht aus Arbeitsschritten, die sich einzeln vergeben lassen. Wer genau weiß, welcher Schritt im eigenen Haus der Engpass ist, kauft gezielter ein und zahlt nicht für Leistungen, die das eigene Team besser kann.

Stand: · So arbeiten wir

Auf einen Blick

  • Akquise lässt sich in mindestens sechs Schritte zerlegen, von der Recherche bis zur Pflege der Kontaktdaten.
  • Teil-Outsourcing vergibt einzelne Schritte, Voll-Outsourcing die ganze Strecke bis zum Termin.
  • Das Verkaufsgespräch und die Entscheidung über Zielkunden bleiben fast immer im Haus.
  • Klären Sie, wem Listen, Notizen und Kontaktdaten nach Vertragsende gehören.

Die Schritte im Einzelnen

Schritt Inhalt Eignung zum Auslagern
Zielgruppe festlegen Branchen, Größen, Regionen, Positionen, Ausschlüsse Gering. Die Entscheidung, wen Sie als Kunden wollen, bleibt bei Ihnen. Ein Dienstleister kann beraten.
Recherche und Daten Firmen finden, Ansprechpartner und Telefonnummern ermitteln, Daten prüfen Hoch, wenn Herkunft der Daten nachgewiesen wird
Erstansprache Anruf, Brief oder Nachricht an den Entscheider Hoch bei gut erklärbaren Angeboten, mittel bei Fachthemen
Qualifizierung Bedarf, Zeitrahmen, Zuständigkeit klären Mittel. Die Fragen müssen Sie vorgeben.
Terminierung Termin im Kalender Ihres Vertriebs vereinbaren, Bestätigung, Erinnerung Hoch
Nachfassen und Pflege Wiedervorlagen, Rückrufe, Datenpflege im CRM Hoch, wenn der Zugriff auf Ihr CRM geregelt ist
Verkaufsgespräch und Abschluss Bedarfsanalyse, Angebot, Verhandlung Gering. Bleibt fast immer bei Ihnen.

Teil- oder Voll-Outsourcing

Teil-Outsourcing heißt, dass Sie einzelne Schritte vergeben. Typisch sind zwei Formen: Der Dienstleister liefert recherchierte Kontakte, und Ihr Team ruft selbst an. Oder Ihr Team legt Zielgruppe und Leitfaden fest, und der Dienstleister übernimmt Anrufe und Terminierung. Teil-Outsourcing passt, wenn ein bestimmter Schritt Zeit frisst, der Rest aber gut läuft.

Voll-Outsourcing heißt, dass der Dienstleister alles von der Liste bis zum Termin übernimmt. Sie liefern Briefing und Freigaben und führen die Termine. Das passt, wenn intern niemand Akquise betreibt und das Angebot sich gut erklären lässt.

Eine dritte Form ist der Aufbau mit Übergabe: Ein Dienstleister startet die Akquise, entwickelt Leitfaden und Zielgruppe, und nach einer vereinbarten Zeit übernimmt eine eigene Kraft. Wenn Sie das planen, vereinbaren Sie von Anfang an, welche Unterlagen, Listen und Auswertungen übergeben werden.

Was im Haus bleiben sollte

Drei Dinge sollten Sie nicht aus der Hand geben, auch wenn Sie weitgehend auslagern:

  1. Die Auswahl der Zielkunden. Ein Dienstleister kennt Ihre Marge, Ihre Lieferfähigkeit und Ihre schwierigen Kunden nicht so gut wie Sie.
  2. Die Freigabe dessen, was in Ihrem Namen gesagt wird. Leitfaden, Nutzenversprechen und Antworten auf Einwände sollten Sie vor dem Start gelesen haben.
  3. Die Hoheit über die Daten. Listen, Gesprächsnotizen und Sperrvermerke sollten in Ihrem CRM landen oder Ihnen bei Vertragsende vollständig übergeben werden.

Leistungen, die oft dazugehören

Viele Angebote enthalten Zusatzleistungen. Prüfen Sie jede einzeln darauf, ob Sie sie brauchen:

  • Brief oder Infomaterial nach dem Gespräch. Sinnvoll bei erklärungsbedürftigen Angeboten.
  • Nachfass-E-Mails. Nur zulässig, wenn der Empfänger vorher ausdrücklich eingewilligt hat, etwa im Gespräch. Das sollte dokumentiert sein.
  • LinkedIn-Ansprache. Direktnachrichten mit Werbeinhalt gelten nach herrschender Meinung als elektronische Post und brauchen eine Einwilligung. Höchstrichterlich ist das für B2B noch nicht entschieden.
  • Marktbefragungen. Werden sie als Vorwand für Werbung genutzt, gelten dieselben Regeln wie für Werbeanrufe.
  • CRM-Einrichtung oder Berichtsportal. Praktisch, aber achten Sie darauf, dass Ihre Daten nicht an das System des Dienstleisters gebunden sind.

So zerlegen Sie Ihren eigenen Ablauf

Schreiben Sie für die letzten drei Monate auf, wer in Ihrem Unternehmen wie viele Stunden für Recherche, Anrufe, Terminierung und Termine aufgewendet hat. Der Schritt mit dem größten Zeitaufwand bei kleinstem Nutzen ist der erste Kandidat für das Auslagern. Ob sich das rechnet, zeigt der Rechner, ob es organisatorisch passt, die Entscheidungshilfe.

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Häufige Fragen

Kann ich nur die Recherche auslagern und selbst telefonieren?
Ja. Das ist eine verbreitete Form des Teil-Outsourcings. Achten Sie darauf, dass die gelieferten Daten eine nachvollziehbare Herkunft haben und zu Ihrer Zielgruppendefinition passen.
Ist Outsourcing dasselbe wie ein Callcenter?
Nicht unbedingt. Callcenter arbeiten oft auf Menge und mit vielen Aufträgen parallel. Für B2B-Kaltakquise mit erklärungsbedürftigen Angeboten zählen eher feste Ansprechpartner und Branchenkenntnis. Fragen Sie danach, statt nach der Bezeichnung zu gehen.